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Ratgeber · 6 Min. Lesezeit

ADHS im Job: So sprichst du mit Chef und Team

Soll ich es sagen – oder lieber nicht? Diese Frage stellen sich viele Berufstätige mit ADHS. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Aber es gibt Wege, das Thema so anzusprechen, dass es dir im Arbeitsalltag hilft.

Du musst nichts offenlegen

Gesundheitliche Informationen sind privat. Du bist in der Regel nicht verpflichtet, eine Diagnose am Arbeitsplatz mitzuteilen. Ob es sinnvoll ist, hängt von deiner Situation, dem Betriebsklima und deinen Zielen ab. Bei rechtlichen Fragen helfen Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung oder eine arbeitsrechtliche Beratung.

Über Bedürfnisse sprechen statt über Diagnosen

Oft musst du gar nicht „ADHS“ sagen, um etwas zu verändern. Es reicht, über konkrete Arbeitsbedingungen zu sprechen, die dir helfen:

  • „Ich arbeite konzentrierter, wenn ich vormittags zwei Stunden ohne Meetings habe.“
  • „Mir hilft es, Aufgaben schriftlich zu bekommen statt nur im Vorbeigehen.“
  • „Mit Kopfhörern kann ich mich im Großraumbüro besser fokussieren.“
  • „Kurze Zwischenstände helfen mir, Termine sicher zu halten.“

Wenn du es offen ansprechen möchtest

Wähle einen ruhigen Moment, nicht mitten in einer Krise. Bereite dich vor: Was willst du erreichen? Welche zwei, drei Anpassungen würden dir am meisten helfen? Starte mit deinen Stärken – Ideenreichtum, Tempo in Krisen, Kreativität – und erkläre dann, was dich bremst und was du brauchst.

Das Team einbeziehen

Im Team geht es weniger um Erklärungen als um Absprachen. Gemeinsame Regeln wie feste Fokuszeiten, klare Zuständigkeiten in Projekttools oder kurze Check-ins helfen meist allen – nicht nur dir.

Wenn das Gespräch nicht gut läuft

Nicht jede Reaktion ist verständnisvoll. Bleib bei den konkreten Anpassungen, dokumentiere Absprachen schriftlich und hol dir bei Bedarf Unterstützung von Betriebsrat oder externer Beratung.

Fazit

Ein gutes Gespräch über ADHS im Job dreht sich um Lösungen, nicht um Etiketten. Wer klar sagt, was hilft, schafft Arbeitsbedingungen, in denen die eigenen Stärken sichtbar werden.

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte der Akademie sind Coaching- und Bildungsangebote aus der Praxis. Sie ersetzen keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei Verdacht auf ADHS oder bei Beschwerden wende dich bitte an Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

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